Fachtag: Sorgen für die Seele

Spiritualität im Leben von Menschen mit Demenz

Unter dem Titel „Sorgen für die Seele“ hat das Netzwerk Demenz Menden-Hemer-Balve einen Fachtag für Ehrenamtliche und Professionelle durchgeführt. Den Fachvortrag hat Frau Antje Koehler gehalten, die unter anderen einen Sonderpreis des Bundesministeriums für Gesundheit für ein Projekt im Bereich Demenz erhielt. Mit vielen Beispielen verdeutlichte sie dabei die spirituellen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz, die sich nicht grundsätzlich von denen ohne Demenz unterschieden. Es geht dabei aber zusätzlich um die Frage „wer bin ich (noch) – bin ich noch wer?“ Dazugehörigkeit, gesehen und geliebt zu werden, sich entwickeln zu können und hoffen zu dürfen sind wesentliche Bedürfnisse, die im Gespräch mit Ehrenamtlichen und Professionellen eine große Bedeutung haben.

Bei der Demenz verlieren Menschen nicht ihr Gedächtnis, sie haben nur Probleme, sich mit der Realität zurechtzufinden. Das äußert sich häufig äußerlich merkwürdig und ruft bei den Betroffenen, wie auch den Angehörigen oft Scham hervor. Umso wichtiger ist es, nicht vorschnell und negativ auf dieses Verhalten zu reagieren, sondern sich in der Situation Zeit zu nehmen, die wahren Bedürfnisse hinter dem Handeln zu erkennen. Die Pflegepraxis stellt leider häufig diese Zeit nicht zur Verfügung. Dies bestätigten auch die drei Arbeitsgruppen, die am Nachmittag des Fachtags stattfanden. Aber auch Scham oder Unwissenheit verhinderten, dass Menschen mit Demenz in ihren spirituellen Bedürfnissen gesehen werden und die gleichen Rechte und Möglichkeiten der Teilhabe haben. Der Artikel 1 des Grundgesetzes, „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, gelte schließlich für alle Menschen, auch für diejenigen, die an einer Demenz erkrankt sind. Statt die Menschen zu verstecken, müsse sich unsere Gesellschaft, von den Kirchen, bis hin zu allen anderen Akteuren des Lebens fragen, was sie dazu beitragen können, um auch demenzielle Erkrankte weiterhin in die Gesellschaft zu integrieren und ihnen in Abhängigkeit ihrer Möglichkeiten eine Teilhabe zu gewährleisten. Der Fachtag zeigte dabei auch, dass bei vielen Menschen weiterhin Unwissenheit über die Krankheit herrscht und sich nur Wenige damit auseinandersetzen. Sie haben dabei die Hoffnung, damit nichts zu tun haben zu „müssen“. Doch auch Menschen mit Demenz haben uns etwas mitzuteilen und lassen uns hinterfragen, ob das Primat des „nicht aus dem Rahmen zu Fallens“ unserer Gesellschaft zukünftig noch gerecht wird. Schließlich werden wir alleine im Märkischen Kreis bald über 8.000 Menschen mit Demenz haben. Beim Fachtag wurde die Hoffnung geäußert, dass es unserer Gesellschaft gelingen möge, Menschen mit Demenz nicht zu stigmatisieren, sondern auch mit ihrer Krankheit als Teil unserer Gesellschaft zu halten.

 

Fotos von der Veranstaltung


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